Feuersalamander Drucken

Feuersalamanderlarven Beobachtungen in einem Bergwerk (Altbergbau von ca. 1740) auf 22m Wassertiefe seit August 2005 im Ostharz

Ein kleines, verschlafenes Dorf im Oberharz. Früher lebte man hier vom Bergbau und die Gegend rundherum ist durchlöchert von Bergwerken wie der berühmte Schweizer Käse. Heute schlägt man sich mit ein wenig Fremdenverkehr und  naturnahem Tourismus durch. Vom Bergbau der Alten wissen nur noch Wenige.

 

 

Alles begann im Jahr 2004, als Höhlentaucher von Fledermausschützern gebeten wurden, Bergwerke zu erkunden. Eine dieser alten Gruben wurde dann über einen längeren Zeitraum betaucht und im August 2005 stellte der eine der beiden Taucher fest: „da unten scheinen so kleine Viecher rumzukrabbeln. Guck mal genauer nach…“. Diese erste Begegnung war der Beginn eines kleinen Wunders.

  


Auf 22m Wassertiefe, die über einen wassergefüllten Schacht (Gesenk) erreicht werden, gelangt man in einen ca. 60m langen Stollen. Hier befanden sich mehrere Larven vom Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris).
Einzelne Tiere waren bis zu 40m in dem Stollen in völliger Dunkelheit vorgedrungen und verhielten sich sehr ruhig am Boden liegend.
Es war damals unklar, wovon sich die Tiere in diesem völlig abgeschlossenen Wasser (ohne Zulauf) ernähren

Im Flachwasserbereich und an den Wänden des Bergwerks hatten die Taucher schon häufig Feuersalamander beobachtet.

Schnell war der Entschluß gefasst, die weitere Entwicklung der Tiere in regelmäßigen Abständen zu beobachten. Erste Fotos entstanden und später wurde alles auch per Video dokumentiert. Alle 14 Tage fand eine Zählung der Larven statt. Die Zahl pendelte zwischen 41 Larven zu Anfang der Beobachtungen im August 2005, über 21 im Oktober des gleichen Jahres bis hin zum Rekord am 10. Juni  2009 mit 115 Larven.

Normalerweise entwickeln sich aus dem abgesetzten Nachwuchs binnen einem Vierteljahr Jungsalamander, doch hier in diesem Bergwerk bei Mangelernährung und in völliger Dunkelheit ist alles anders.


Nur wenige Tiere metamorphosieren nach einer extrem verlängerten larvalen Phase zum Jungsalamander (ca. 5 Monaten und später). Eigentümlicherweise schaffen es fast alle dieser Tiere das Bergwerk ohne Fremdeingriff wieder zu verlassen.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum werden nur vereinzelte verendete Larven und einige umgewandelte Tiere gefunden, die mit diesen besonderen Bedingungen nicht zurande kamen.

Auch über den Winter hin versuchte man den Turnus der Beobachtungen einzuhalten, soweit es das Wetter zuließ. Ende März beginnt die Zahl der Larven erneut zu steigen, was auf ein Absetzen neuer Tiere durch Weibchen zurückgeführt wird.

Die Grundbedingungen: Wasser 8°C konstant, völlige Dunkelheit, etwas Holz liegt aus dem Albergbau von 1740 mit Balken, Leitern (Fahrten) und Brettern im Querstollen herum. Mehr nicht. Fremdlinge hatten sich inzwischen ca. 35m weit in den Stollen unter Wasser verirrt: Grasfrösche, Erdkröten und eine Nacktschnecke.
Kürzlich gelangen sensationelle Fotos, wie die größte Larve eine kleinere Larve fraß.

Eine detaillierte Schilderung der Beobachtungen können sich Interessierte unter

http://www.schatzsucher.de/Foren/showthread.php?t=18290 

anschauen.

Text u. Fotos:  Quertaucher

 

 
 
SDE Pressespiegel