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Alt 23.11.2010, 02:48   #1
niemandsland
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Bahndirektion (BD) Hannover: Winkel-Turm/Turmbunker aus dem 2. WK

Im Bereich der Bahndirektion Hannover entstanden während des zweiten Weltkrieges drei Winkeltürme. Diese befinden sich auf dem Gelände des ehem. Reichsbahnausbesserungswerks Hannover-Leinhausen, im Bereich des Hauptgüterbahnhofs in Hannover Hainholz, sowie auf dem Gelände des Lehrter Gleisdreiecks in Lehrte-Richtersdorf.

Der Winkel-Turm-Bunker in Hannover Leinhausen

Der Winkelturm (Typ I) in Leinhausen war der einzige Turm seiner Art, der einen etwa 2m langen Gang besass, der als Notausstieg fungierte. Dieser wurde leider inzwischen entfernt. Ebenso wurde das Bauwerk gründlich verschlossen. Die Öffnung auf der Rückseite deutet daraufhin, das dieser Bunker als Zufluchtstätte für Fledermäuse dienen soll. Dieser Bunker befindet sich heute auf dem Firmengelände der ÜSTRA (Nahverkehrsbetrieb). Das Gelände darf nicht betreten werden.
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Alt 23.11.2010, 03:12   #2
niemandsland
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Der Winkel-Turm auf dem Gelände des Hauptgüterbahnhofs (HGBf) Hainholz

Bei diesem Winkel-Turm handelt es sich um einen Typ IIc. Die Holztreppe die hier vor wenigen Jahren noch im Original bestand, wurde inzwischen entfernt. Ebenso sollen inzwischen sämtliche Einrichtungsgegenstände entfernt worden sein.

Obwohl dieser Turm bereits zwei Mal abgerissen werden sollte, steht er noch immer an Ort und Stelle. Auch wenn vieles darauf hindeute, das sich das in den nächsten Jahren ändern könnte. Auf jeden Fall wurde dieser Winkel-Turm bereits zwei Mal obwohl eine Genehmigung von der Bahn-Hauptverwaltung vorlag, nicht abgegerissen. Wahrscheinlich aus Kostengründen. Mir liegt eine Zeichnung, datiert auf den 19.06.1949 vor, wo die Zweigniederlassung der Firma Oxygen in Hannover den Auftrag hatte, das Bauwerk zu zerstören. Warum dies nicht umgesetzt wurde, ist mir nicht bekannt.
Mitte/Ende der 1970er Jahre wurde ein zweiter Versuch unternommen. Auch in diesem Fall wurde von Seiten der Bahn-Hauptverwaltung eine Abrissgenehmigung erteilt. Aber auch in diesem Fall wurde der Abriss nicht umgesetzt. Warum es dazu dann doch zwei Mal nicht kam, kann nur spekuliert werden. Ich denke aber das der Bunker dort nicht wirklich stört und das die Kosten das Bauwerk abzureissen denen, es dort einfach ungenutzt stehen zu lassen entgegen steht. Was ich nicht falsch finde.

Das Gelände wo der Winkel-Turm steht, wird noch von der Bahn genutzt und darf daher nicht betreten werden. Die Sache mit der Genehmigung ist schwierig. *anmerk*
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Alt 23.11.2010, 03:17   #3
niemandsland
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Der Turm-Bunke der Bauart Winkel (Typ IIc) am Lehrter Gleisdreieck

Die Bahn-Anlagen auf dem ehem. VBf. Lehrte wurden in den letzten Jahren stark zurück gebaut. Der Luftschutzbunker steht noch immer, aber die Substanz hat in den letzten Jahren sehr stark gelitten. Im Erdgeschoss hat sich Schimmel gebieldet (teilweise Schwarzschimmel), die Teile aus Holz (Treppe in den Keller), Verkleidung der Toiletten, sowie einige Bänke haben schon enorm Schaden genommen. Teilweise auch hier einfach durch Schimmel.

Auch der "Spitzbunker" im Bereich des VBf Lehrte sollte bereits abgerissen werden. Auch hier liegt mir keine Information vor, warum dies trotz der erteilter Abrissgenehmigung nicht erfolgt ist.

Heute wird der Winkel-Turm für den Fledermausschutz genutzt.
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Alt 23.11.2010, 03:28   #4
niemandsland
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Der Zustand des Kellers lässt sich am besten mit Hilfe von ein paar Bildern verdeutlichen. Leider passiert nichts, so das die Überlegung existiert, im kommenden Jahr dort mal ein, zwei Arbeitseinsätze durchzuführen, mit dem Ziel, dort ein wenig was für den Erhalt dieses Bauwerks zutun.

Näheres steht aber noch nicht fest. Da es auch nur mit Rücksprache der DB, und des Pächters möglich ist. Aber die Idee existiert immerhin schon einmal.
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Alt 23.11.2010, 04:09   #5
niemandsland
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Winkel, Leo (Geb. 15.09.1885 in Köln; Gest. 12.03.1981 in Duisburg, beerdigt in Dienslaken)
Architekt, Konstrukteur und Baumeister

Seit Anfang der 1930er Jahre entwickelte Winkel an einer oberirdischen Luftschutzanlage. Bereits im Herbst 1934 reichte Winkel sein erstes Patent beim Deutschen ("Reichs-") Patentamt ein. Der Vertrieb des Patents wurde über die Firma "Baugesellschaft Winkel & Co." abgewickelt, die wahrscheinlich breits zum Jahresanfang 1937 ihre Tätigkeit aufnahm. Im Raum Hannover entstanden die "Lizenzbauten" durch die Firma "Franz Brüggemann" (Winkel Turm in Leinhausen/Hainholz) und laut Zeitzeugenaussage durch die Firma Phillip Holzmann angeblich der Winkel-Turm in Lehrte.

Nur knapp ein Jahr später, nämlich im Frühjahr 1938 reichte Leo Winkel ein weiteres Patent beim Deutschen ("Reichs-") Patentamt ein. Dies erhielt die Nr. 702711.

Die Luftschutz-Kartei enthielt insgesamt min. 3 Einträge für LS-Türme der Bauart Winkel, wie z.B.:
  • RL 3-39/152
  • RL 3-40/1
  • RL 3-40/5

Bis zum Baustopp, der durch das Reichsluftfahrtministerium 1941 erlassen wurde, wurden etwa 200, 250 Türme gebaut. Inzwischen sind etwa 120, 125 Standorte von Winkeltürmen bekannt.

Hauptauftraggeber waren die Wehrmacht, sowie die Reichsbahn. Außerdem diverse Unternehmen aus diversen Bereichen der Industrie.

-- Quellen

Danielzik, Ingo | Foerstemann, Holger
IGEL-Fiebel, Sonderheft Nr. 1: RL-Nummern-Liste, 2005, Edemissen.

Foedrowitz, Michael
- Waffen-Arsenal Band 175 : Die Luftschutztürme der Bauart Winkel in Deutschland 1936 bis heute, 1998, Wölfersheim-Berstadt.

Foedrowitz, Michael
- Luftschutztürme und ihre Bauarten von 1934 bis heute, 1998, Wölfersheim-Berstadt.

Sowie eigenes Archiv, eigene Recherchen.

Soweit...

Mehr demnächst an anderer Stelle...

Grüße aus Hannover-Ahlem,
Wolf
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Alt 23.11.2010, 17:38   #6
Sams
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Smile

Schön aufbereitetes und (zumindest für mich) interessantes Thema. Weiter so und danke für deine Mühen.
__________________
Was niemand sucht, wird selten gefunden.
Johann Heinrich Pestalozzi, (1746 - 1827) Schweizer Pädagoge und Sozialreformer
Sams ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2010, 08:05   #7
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Zitat:
Zitat von Sams Beitrag anzeigen
Schön aufbereitetes und (zumindest für mich) interessantes Thema. Weiter so und danke für deine Mühen.
*gern*

Ich bin gerade dabei meine Homepage gründlich zu überarbeiten. Naja, ist ja gut und gerne zwei Jahre inhaltlich nichts oder nicht viel passiert. Das was hier steht, ist eigentlich nur ein Bericht über den momentanen Zustand der Bauwerke. Da sich seit Foedrowitz sich in den 1990er Jahren damit beschäftigt hat, doch so einiges getan hat, die Bücher heute aber oft die einzige Quelle sind, die man nutzen kann.

Weiterhin viel Spaß beim lesen.

Gruß
Wolf
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Alt 13.12.2010, 18:34   #8
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.oO( ich glaube ich hätte nicht den Begriff der Bahn "Turmbunker" wählen sollen, sondern stattdessen "Winkel-Turm". Da hätten dann vielleicht ein paar mehr gelesen. ) *tsss*

Ein staunendes Wölfchen... das sich gerade mal die Besucher, der letzten Beiträge von mir, angesehen hat.


Bahndirektion (BD) Hannover: Winkel-Turm/Turmbunker aus dem 2. WK
Ist es so genehm? MfG Deistergeist
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Alt 13.12.2010, 20:22   #9
Mc Coy
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Ein schön aufbereitetes Thema. Mich wundert, dass nicht auch das Reichsluftfahrtministerium zu den Auftraggebern gehört, die waren schließlich für den Luftschutz zuständig. Ich weiß zwar von Genehmigungen durch das RLM, aber als Auftraggeber tritt es offenbar nicht auf. Bunkertürme ist übrigens nicht sooo verkehrt, ein Winkel ist ja ein Turm und es gab ja noch andere Bunkertürme ( z.B. Zombek)
Mit Gruß
MC

Geändert von Mc Coy (13.12.2010 um 20:29 Uhr).
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Alt 13.12.2010, 21:32   #10
Red Air
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Schwarzschimmel igitt, die Todesdroge für Asthmatiker !. Den Bunker müßtest du mit Methülalkehol fluten um das zu töten oder alles abfackeln.
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bahnbetriebswerk, bahnhof, bundesbahn, luftschutz, reichsbahn, turmbunker, winkel

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