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fleischsalat 17.03.2013 19:50

Bronzeguss- Verdeckter Herdguss
 
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Ich möchte hier auf eine weiteres bronzezeitliches Gussverfahren eingehen:

Der verdeckte Herdguss.
Der verdeckte Herdguss ist eine Kombination aus dem offenen Herdguss (http://schatzsucher.de/Foren/showthread.php?t=75457) und dem zweiteiligen Schalenguss (http://schatzsucher.de/Foren/showthread.php?t=75307), wahrscheinlich sogar die Zwischenstufe in der Entwicklung.

"Verdeckt" sagt schonmal aus, dass die Form nicht offen ist- genau hier liegt das Hauptaugenmerk. Da beim offenen Herdguss eine hässliche Schlackeschicht auf der Rückseite des Gussstücks entsteht, wird mit dem Abdecken der Form versucht, die Oxidation in den Griff zu bekommen.
Abgedeckt wird, im Gegensatz zum zweiteiligen Schalenguss, mit einem glatten Stein. Das Negativ ist also nur in eine der beiden Formhälften eingearbeitet.
Wie auch beim zweiteiligen Schalenguss muss die Form gegen Auseinanderklappen gesichert werden. Dieses geschieht mit einer Zwinge.
Die Größe des Steins, der zum Abdecken benutzt wird, spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass das Negativ gut abgedeckt ist.

Neben der abgeschwächten Oxidation hat dieses Verfahren noch einen weiteren Vorteil: Eine glatte Rückseite am Gussstück, die weniger Nachbearbeitung erfordert.

Es ist bei diesem Verfahren sogar möglich, zwei unterschiedliche Steinarten zu verwenden. Getestet wurden Steatit+Steatit und Staetit+Sandstein.
Der Sandstein hat ein bisschen was abbekommen, aber das liegt daran, dass er seit Jahrzehnten im Freien lag und deswegen sehr feucht war.
Ohne Schaden ist die Form aus Steatit geblieben.

Die Kombination Steatit+Sandstein wurde für den Guss einer Säge verwendet,
die Steatitform für einen Mehrfachguss für Pfeilspitzen.

Hier bitte keine Fragen zu den Pfeilspitzen und der Säge, die Herstellung wird detailliert in eigenen Themen beschrieben. Fragen und Anmerkungen zum Gussverfahren sind aber willkommen!:D


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